3.7_KI-Strategien für General Counsel + Icon

20.+21.04.2027 in Frankfurt am Main / digitaler Form

Lernziele

General Counsel führen Prozesse in der Regel nicht selbst – sie steuern sie: Auswahl und Führung externer Prozessvertretung, strategische Weichenstellungen zwischen staatlichem Gericht, neuem Commercial Court und Schiedsverfahren, Kosten-Nutzen-Abwägungen sowie die Verantwortung gegenüber Vorstand und Geschäftsführung. Der Lehrgang vermittelt diese Steuerungs- und Entscheidungskompetenz praxisnah – ergänzt um gezielte Simulationsübungen, die das Verständnis für Gegenseite, Gericht und externe Prozessvertreter schärfen.

Ein Schwerpunkt liegt auf den seit dem 1. April 2025 möglichen Commercial Courts nach dem Gesetz zur Stärkung des Justizstandorts Deutschland – einer neuen, englischsprachigen Verfahrensoption bei den Oberlandesgerichten, die die klassische Alternative „staatliches Gericht vs. Schiedsverfahren“ um eine dritte, für viele Unternehmen strategisch bedeutsame Option erweitert.

Die Teilnehmenden lernen:
  • Prozessrisiken frühzeitig erkennen, dokumentieren und intern eskalationsfähig aufbereiten
  • Externe Prozessvertretung wirksam mandatieren, steuern und im Kostenrahmen kontrollieren
  • Die Wahl zwischen staatlichem Gericht, Commercial Court und Schiedsverfahren fundiert und vertragsgestaltend treffen
  • Gerichtsstands- und Schiedsklauseln in Verträgen rechtssicher und praxistauglich formulieren
  • Kollektivrechtliche Risiken (Abhilfeklage, DSGVO- und Kartellrechtsfolgeklagen) im Risikomanagement verankern
  • Verfahrensdynamik aus eigener Anschauung erleben – durch Rollenwechsel in der Simulation

Zielgruppe

  • General Counsel und Heads of Legal
  • Syndikusrechtsanwälte mit Zuständigkeit für Rechtsstreitigkeiten und Verfahrenssteuerung
  • Vertragsjuristen mit Verantwortung für Gerichtsstands- und Schiedsklauseln
  • Grundkenntnisse des deutschen Zivilprozessrechts werden vorausgesetzt; besondere Vorkenntnisse im Schiedsverfahrensrecht sind nicht erforderlich

Lehrgangsinhalte

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Referenten

Henning, Stuke_web
Henning Stuke

Agenda

20. April 2027 | Präsenz

09.00 – 09.15 Uhr
Begrüßung & kurze Vorstellung

Modul I – Prozessrecht & Prozessstrategie - Überblick

09.15 – 10.00 Uhr
Übersicht: Litigation-Readiness, Prozesskostenrisiko & Steuerung
  • Beweissicherung, Litigation Holds, Dokumentenmanagement, Zusammenspiel mit Compliance und internen Untersuchungen
  • Streitwertfestsetzung, Prozesskostenversicherung, Legal Cost Controlling, Reporting-Standards für externe Kanzleien

10.00 – 11.00 Uhr
Third-Party Litigation Funding
  • Marktüberblick, Vertragsgestaltung, Offenlegungspflichten, Chancen und Risiken aus GC-Sicht

11.00 – 11.30 Uhr
Kaffeepause

11.30 – 12.30 Uhr
Vergleichsstrategie & Eskalation
  • Verhandlungsführung, Mandatierungsentscheidungen, Reporting an Vorstand/Geschäftsführung, D&O-relevante Dokumentation
  • Fall aus der Praxis

12.30 – 13.30 Uhr
Mittagspause

Modul II — Class Action & Kollektiver Rechtsschutz

13.30 – 14.15 Uhr
Abhilfeklage
  • Umsetzung der EU-Verbandsklagenrichtlinie, Ablösung der Musterfeststellungsklage

14.15 – 15.00 Uhr
US-Vergleich
  • Opt-in vs. Opt-out, Discovery-Unterschiede, Bedeutung für Konzerne mit US-Exposure

15.00 – 15.30 Uhr
Kaffeepause
15.30 – 16.30 Uhr
Risikoszenarien & Krisenmanagement
  • Produkthaftung, DSGVO-Massenklagen, kartellrechtliche Folgeschadensersatzklagen; Frühwarnindikatoren, Reservenbildung, Kommunikationsstrategie

16.30 – 17.00 Uhr
Austausch / Q&A

17.00 Uhr
Verabschiedung


21. April 2027 | Präsenz

Modul III — Commercial Courts

09.00 – 09.45 Uhr
Rechtsrahmen, auch im Bundesländer-Vergleich
  • Justizstandort-Stärkungsgesetz (in Kraft seit 1.4.2025): Zuständigkeit der OLG-Senate, Streitwertgrenze ab EUR 500.000, Verfahrenssprache Englisch, Gerichtsstandsvereinbarung)
  • Stand der Umsetzung – u. a. Nordrhein-Westfalen (Commercial Court OLG Düsseldorf, Commercial Chambers Düsseldorf/Bielefeld/Essen/Köln) sowie weitere Bundesländer inkl. Hessen; Auswahl des richtigen Forums bei konzernweiten Vertragswerken

09.45 – 10.30 Uhr
Commercial Court vs. Schiedsverfahren
  • Vergleichsmatrix: Vertraulichkeit, Kosten, Vollstreckbarkeit, Berufungsmöglichkeit, Verfahrensdauer, Eignung nach Streitgegenstand — die zentrale Weichenstellung für GCs
  • DIS, ICC, Wiener Regeln; Auswahlkriterien aus Unternehmenssicht, institutionell vs. Ad-hoc

10.30 – 11.00 Uhr
Vertragsgestaltung
  • Gerichtsstandsklauseln zugunsten von Commercial Courts – Formulierungsbeispiele, Abgrenzung zur Schiedsklausel, Kombinationsmodelle

11.00 – 11.30 Uhr
Kaffeepause

Modul IV — Schiedsverfahren

11.30 – 12.00 Uhr
Schiedsklauseln in der Praxis
  • Häufige Fehlerquellen, pathologische Klauseln, Reformdiskussion zum deutschen Schiedsverfahrensrecht (10. Buch ZPO)

12.00 – 12.30 Uhr
Verfahrensablauf
  • Schiedsrichterbestellung, IBA Rules on the Taking of Evidence, vorläufiger Rechtsschutz

12.30 – 13.00 Uhr
Vollstreckung
  • New Yorker Übereinkommen, Vollstreckbarerklärung, internationale Durchsetzung

13.00 – 14.00 Uhr
Mittagspause

Modul V — Simulation / Moot Court

14.00 – 15.00 Uhr
Fallsimulation Part I
  • Simulation eines komplexen Streitfalls mit Wahlmöglichkeit zwischen staatlichem Gericht, Commercial Court und Schiedsverfahren am selben Sachverhalt. Rollenwechsel zwischen General Counsel, Zeuge und Gegenanwalt. Abschluss-Debriefing gemeinsam mit Richter, Schiedsrichter und Prozessanwalt.
  • Part 1: Fallerläuterung – Gruppenvorbereitung auf Rollenspiel

15.00 – 15.30 Uhr
Kaffeepause
15.30 – 16.30 Uhr
Fallsimulation Part II
  • Part 2: Simulation eines komplexen Streitfalls - Rollenspiel

16.30 – 17.00 Uhr
Fallsimulation Part II – Wrap-up
  • Lesssons learned

17.00 Uhr
Verabschiedung

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