3.2_Grundlagen & Praxis

12.+13.03. & 15.+16.04.2026 in Frankfurt am Main

Lernziele

Der Lehrgang vermittelt praxisnah die wesentlichen Grundlagen des Kartellrechts mit Schwerpunkt auf Deutschland und Europa, berücksichtigt dabei jedoch auch internationale Entwicklungen und globale Zusammenhänge. Ziel ist es, die Teilnehmenden für kartellrechtliche Fragestellungen zu sensibilisieren und ihnen das notwendige Verständnis zu vermitteln, um Risiken, Herausforderungen und Handlungsoptionen im Unternehmenskontext eigenständig zu erkennen und rechtssicher zu bewerten.

Darüber hinaus erwerben die Teilnehmenden die erforderliche Sicherheit, kartellrechtliche Themen im Unternehmensalltag kompetent einzuordnen und geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung einzuleiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erfahrungsaustausch mit Unternehmensjuristinnen und Unternehmensjuristen. Praxisberichte, konkrete Fallbeispiele und „Lessons Learned“ aus verschiedenen Branchen geben wertvolle Einblicke in die Anwendung des Kartellrechts in der Unternehmenspraxis.

Zielgruppe

  • General Counsel
  • Chief Compliance Officer
  • Unternehmensjuristen
  • Compliance Manager

Lehrgangsinhalte

  • Einführung
  • Behördliche Durchsetzung des Kartellrechts
  • Bedeutung für Rechts- und Compliance Abteilungen
  • Verhaltenskontrolle
  • Fusionskontrolle (Transaktionskartellrecht)
  • Strukturkontrolle
  • Dawn Raids
  • Internes Compliance Management System

Referenten

Beutelmann, Martin_web
Dr. Martin Beutelmann, LL.M.
Dohrn-Dr-Daniel
Dr. Daniel Dohrn
Anna Blume Huttenlauch
Dr. Anna Blume Huttenlauch, LL.M. (NYU)
Kleine_Maxim_1200x800_rgb-1
Dr. Maxim Kleine
Nordmann_Dr
Dr. Matthias Nordmann
Paelicke_Dr
Dr. Mario Pälicke
Reichardt_Dr_Sascha-200x200
Dr. Sascha Reichardt
Seifert_Roman
Roman Seifert
Tamke_Dr
Dr. Maren Tamke
Traub_Matthias
Dr. Mathias Traub

Agenda

Tag 1 – Einführung und Grundlagen |12. März 2026 | Präsenz
Referenten des Tages
Dr. Maren Tamke, Partnerin Competition und Antitrust, Dentons
Dr. Matthias Nordmann, Partner, Dentons &
Dr. Mario Pälicke, Director Compliance & Antitrust I Prokurist, Melitta Group

10.00 – 10.15 Uhr
Begrüßung & kurze Vorstellung

10.15 – 11.30 Uhr
Zweck und Anwendungsbereiche
  • Schutz wettbewerblicher Strukturen, Verhinderung von wettbewerbsbeschränkenden Handlungen / Vereinbarungen, Konsumentenwohlfahrt
  • Verbot von wettbewerbsbeschränkenden Vereinbarungen („Kartelle“) und aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen
  • Verbot des Missbrauchs einer marktstarken oder -beherrschenden Stellung
  • Fusionskontrolle (Marktstrukturkontrolle)
  • Beihilfenrecht (Schutz vor „staatlichen Wettbewerbsverzerrungen“)

11.30 – 12.00 Uhr
Kaffeepause

12.00 – 13.00 Uhr
Rechtsgrundlagen (Gesetze), Anwendungsbereich, Regulierung
  • inklusive räumlichem Anwendungsbereich (anwendbares Recht (Auswirkungsprinzip) / Internationale Sachverhalte)
  • inklusive Verhältnis Kartellrecht zu anderen Rechtsgebieten
  • Vertragsrecht, Datenschutz, Verbraucherschutz, UWG, IP
  • neue kartellrechtsverwandte Regulierung (wie z.B. §19a GWB, DMA)
  • Form vs. Auswirkungen (Marktabgrenzung, Wettbewerb, Regulierung)
  • Marktabgrenzung – relevanter Markt
  • Wettbewerbsverhältnis – Unterscheidung Wettbewerber und Nicht-Wettbewerber
  • Wie sicher sind die Ergebnisse der Prüfung?

13.00 – 14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 – 15.30 Uhr
Risiken und Strafen bei Verletzung im Kartellrecht
  • Bußgeld, Schadensersatz, Reputation, persönliche Strafen, Vergabesperren, disziplinarische Konsequenzen
  • inklusive Enforcement Trends (Überblick – Enforcement Practice (Entwicklung der Strafen und Bußgelder & große Verfahren der letzten 5 Jahre))
  • Themenschwerpunkte der Kommission / des Deutschen Kartellamt
  • Behördliche Durchsetzung des Kartellrechts – Wer und wie
  • Behörden (national, EU, andere Länder z.B. USA, Brasilien, China)
  • Was gibt es für unterschiedliche Berührungspunkte mit Behörden – welche Prozesse gelten (Verfahren mit Behörden im Rahmen Fusionskontrolle / Questionnaires / Kronzeugenantrag)?

15.30 – 16.00 Uhr
Kaffeepause

15.30 – 17.00 Uhr
Bedeutung für Rechts- und Compliance Abteilungen
  • hohe Relevanz für jedes Unternehmen
  • klare konservative Regeln vs. Einzelfallbetrachtung
  • interne Wahrnehmung als „enabler“ statt Bremser Business Judgement gefragt
  • Compliance- und Schadensersatzklauseln in Verträgen mit Kunden und Lieferanten
  • Code of Conduct, DoJ, usw.

17.30 Uhr
Ende Tag 1
Tag 2 – Verhaltenskontrolle |13. März 2026 | Präsenz
Referenten des Tages
Dr. Maxim Kleine, Partner, GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB &
Dr. Sascha Reichardt, Vice President Legal – Division General Counsel Agricultural Solutions, BASF SE

09.00 – 10.30 Uhr
Systematik
  • horizontal vs. vertikal vs. unilateral – wie grenzt man ab?
  • 101 / 102 und internationaler Vergleich
  • Welches Verhalten führt zu einer Verletzung des Kartellrechts?
  • Form vs. ökonomische Analyse (bezweckte oder bewirkte Einschränkungen)
  • Verträge / sonstige Vereinbarungen, Präsentationen, Mails, mündliche Absprachen, einseitige Bekanntgabe, etc.

10.30 – 11.00 Uhr
Kaffeepause

11.00 – 12.30 Uhr
Vertikale Verhaltensweisen
  • preisbezogene Beschränkungen (RPM, Price Monitoring, MAP)
  • Hub & Spoke
  • VBER (unterschiedliche Vertriebssysteme und deren Beschränkungen / Möglichkeiten, Dual Distribution, Dual Pricing, RRP, Price Monitoring, MAP, Gebiets- und Kundengruppenzuteilung, Exklusivität und Mindestabnahmeklauseln, Meistbegünstigung)

12.30 – 13.30 Uhr
Mittagspause

13.30 – 15.00 Uhr
Horizontale Verhaltensweisen
  • Kartelle
  • HBER und Horizontal-Leitlinien (GruppenfreistellungsVOen und Horizontal-Leitlinien)
  • Fokus – Kooperationen (Nachhaltigkeit, R&D, Einkauf, Spezialisierung, Technologietransfer)
  • Trendthema – Innovationsabsprachen & Environmental & Social Sustainability
  • Verbandsarbeit
  • horizontale Absprachen vs. Informationsaustausch
  • Informationsaustausch im JV (unterschiedliche Kontrollszenarien, d.h. Alleinkontrolle, Mitkontrolle, nicht kontrollierende Beteiligung)

15.00 – 15.30 Uhr
Kaffeepause

15.30 – 16.30 Uhr
Marktbeherrschung und Marktmachtmissbrauch
  • Definition Marktbeherrschung / Marktmacht – Orientierung insbes. an Marktanteilen und Marktstrukturen (Vergleich Europa / Asien / USA)
  • Marktabgrenzung und Schwellenwerte
  • Beschränkungen und Möglichkeiten / Missbrauchskontrolle (typische Fallgruppen) – Verdrängungspreise, Rabatte, Bundling / Tying, Ausschließlichkeitsbindungen, Margin Squeezes, Diskriminierung, Ausbeutungsmissbrauch (Excessive Pricing), Kontrahierungszwang-Plattformen / ÜMÜB Risikomanagement
  • Management bei vermeintlichen Verletzungshandlungen
  • (Bagatellfälle vs. Kronzeugenantrag / Business Judgement Rule- Entscheidungen)

16.30 Uhr
Ende Tag 2
Tag 3 – Interne Compliance & Kommunikation |15. April 2026 | Präsenz
Referenten des Tages
Dr. Martin Beutelmann, Partner, Menold Bezler Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Partnerschaft mbB &
Dr. Mathias Traub, Team Leader Antitrust Law, Robert Bosch GmbH

10.00 – 11.30 Uhr
  • Anforderungen / Inhalte an ein effektives, kartellrechtliches Compliance Mangement System
  • Anforderungen externer Stakeholder (v.a. BKartA) an ein effektives CMS
  • Orientierung an den Zielen von von AT-Compliance
  • Rollenverteilung im Konzern (Legal, Compliance, Revision, 3-Lines-of-Defence-Modell)

11.30 – 12.00 Uhr
Kaffeepause

12.00 – 13.30 Uhr
  • Risk Assessment
  • Directives, Schulungen, SOP’s
  • Audits, Internal Investigations

13.30 – 14.30 Uhr
Mittagspause

14.30 – 16.00 Uhr
  • Kommunikation / Awareness schaffen
  • Tones from the Top anstoßen, Thema „wach halten”
  • Dokumentation, Kommunikation (Mind your language, careful communication), Reporting und Organisation

16.00 – 16.30 Uhr
Kaffeepause

16.30 – 17.30 Uhr
  • Compliance Defense bei Bußgeldbemessung

17.30 Uhr
Ende Tag 3
Tag 4 – Fusionskontrolle / Transaktionskartellrecht / Strukturkontrolle |16. April 2026 | Präsenz
Referenten des Tages
Dr. Anna Blume Huttenlauch, LL.M., Partnerin, BLOMSTEIN
Dr. Daniel Dohrn, Partner, Oppenhoff &
Roman Seifert, Senior Legal Counsel Competition and Antitrust Legal, Compliance & Security, E.ON.SE

09.00 – 10.30 Uhr
Basics, rechtliche Rahmenbedingungen (Fusionskontrolle, Investitionskontrolle / Joint-Ventures)
  • Was ist Fusionskontrolle? Und wie läuft sowas ab?
  • Aufgreifkriterien (Zusammenschlusstatbestände und Umsatz- Asset- / Marktanteilsschwellen)
  • Joint Ventures (Auswirkung auf formelle / materielle Fusionskontrolle, Vollfunktionalität)
  • Vollzugsverbot
  • Investitionskontrolle (Prüfungskriterien, Auswirkung auf Transaktionsmanagement)
  • materielle Freigabekriterien
Transaktionskartellrecht und Strukturkontrolle / Vermeidung von Fallstricken & Best-Practise – Teil 1
  • Erwartungsmanagement bei Transaktionsplanungen (Zeit / Ressourcen / Erfolgsaussichten / Anmeldezeitpunkt / ggf. Bedingungen und Auflagen)
  • Komplexität von Multi-Jurisdictional Merger Control
  • Kommunikation, auch im Vorfeld (Jahre vorher, careful communication best practices, intern und extern)
  • (kein) Legal Privilege, relevant u.a. für Machbarkeitsprüfungen, Prüfung von Entwürfen etc. (Konsistenz, künftige Transaktionen im Blick behalten)

10.30 – 11.00 Uhr
Kaffeepause

11.00 – 12.00 Uhr
Transaktionskartellrecht und Strukturkontrolle / Vermeidung von Fallstricken & Best-Practise – Teil 2
  • Organisation – u.a. clean teams, Rolle der Rechtsabteilung, Rolle der externen Anwälte, Due Diligence-Best Practices
  • Was ist ein Trustee und welche Rolle spielt er? – Auswahlkriterien aus In-house Sicht
  • Abwerbeverbote (No-poach) und andere Nebenabreden, insbesondere WBW- Verbote, Erwartungsmanagement / Auflagen
  • Vollzugsvorbereitung und Informationsaustausch in M&A-Transaktionen (inkl. gun jumping Problematik), Clean Team-Aufsetzung in der Praxis
  • kartellrechtsrelevante Klauseln in Transaktionsdokumenten
Umgang mit Auskunftsersuchen Lösungsansätze
  • als Partei
  • als Marktteilnehmer
  • auch als Chance zu verstehen etwa Relationship-Building mit Behörden

  • 12.00 – 13.00 Uhr
    Mittagspause

    13.00 – 14.30 Uhr
    Dawn Raids Teil 1
    Vorbereitung – Einführung und Nachhalten eines weltweiten Konzepts / Trainings / Dawn Raid Response Procedures

    Verhalten während der Durchsuchung

    • typischer Ablauf
    • Befugnisse (inklusive Unterschiede EU-Kommission vs. nationale Behörden) – Befragungsrechte / Auskunftspflichten, Beschlagnahmerechte, Durchsuchung bzw. Beschlagnahme von IT (vor allem auch Zugriff auf Server an anderen Orten)
    • Versiegelung von Geschäftsräumen über Nacht (bei fortdauernder Durchsuchung) / Schutz des Siegels
    • Sonderkonstellation – Home Office
    • Welche Rolle haben Legal und andere Abteilungen (Rezeption, IT, Public Relations) – Praxis des Festhaltens von Personal in Konferenzräumen mit Telefonverbot am Beginn der Durchsuchung

    14.30 – 15.00 Uhr
    Kaffeepause

    15.00 – 16.30 Uhr
    Dawn Raids, Teil 2
    Verhalten nach der Durchsuchung

    • Handlungsoptionen
    • Krisenmanagement
    • Überblick verschaffen
    • Betreuung Mitarbeiter
    • wesentliche Entscheidungs-Punkte für den Vorstand nach der Durchsuchung

    16.30 Uhr
    Verabschiedung

    Tickets

    Mit dem Kauf versichern Sie, dass Sie als festangestellter (Unternehmens-) Jurist im Unternehmen tätig sind, ohne dabei Dritte zu beraten.

    Partner