5.8_Extended Producer

17.06.2026 in Frankfurt am Main

Lernziele

Zahlreiche prominente und in der Öffentlichkeit oft kontrovers diskutierte EU-Gesetze aus dem Fahrwasser des Green Deal und des New Legislative Framework wirken sich unmittelbar auf den Geschäftsbetrieb und den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen aus – auch wenn sie angesichts aktueller Deregulierungstendenzen vielfach für obsolet erklärt wurden.

Dieser Lehrgang zeigt, dass diese Regelwerke keineswegs an Relevanz verloren haben, sondern sehr präsent und für Unternehmen von erheblicher praktischer Bedeutung sind. Die Teilnehmenden erhalten einen strukturierten Überblick darüber, welche dieser Gesetze branchenübergreifend gelten und auch solche Unternehmen treffen, die Produkte nicht selbst herstellen, sondern lediglich vertreiben oder in der EU in Verkehr bringen.

Der Lehrgang vermittelt, welche Regelungen in den Bereichen Produktsicherheits-, Verpackungs-, Extended-Producer-Responsibility (EPR)-, Lieferketten-, Transparenz-, Greenwashing- und Digitalregulierung bestehen – darunter viele, die in der Unternehmenspraxis bislang wenig Beachtung finden –, wie sie ineinandergreifen und welche konkreten Auswirkungen sie auf den Geschäftsbetrieb und den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen haben.

Zudem wird aufgezeigt, wie sich Haftungsrisiken durch klare Zuständigkeiten und wirksame Kontrollmechanismen vermeiden lassen, welche Rolle effektives Datenmanagement und leistungsfähige IT-Lösungen bei der Umsetzung spielen und warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sich mit diesen Regelungen auseinanderzusetzen.

Zielgruppe

  • Unternehmensjuristen und Syndikusrechtsanwälte
  • Chief Compliance Officer
  • Verantwortliche für Produktsicherheit, Einkauf und Lieferkettenmanagement

Lehrgangsinhalte

  • Wo kommen wir her – Aktuelle Entwicklungen und die Deregulierungsdebatte
  • Produktsicherheit, Konformität und Registrierungspflichten (GPSR, WEEE, EU-BattVO)
  • Produktdesign & Verpackung (PPWR, EPR, ESPR/DPP)
  • Lieferketten-Risikomanagement (CSDDD, LkSG, EU-Zwangsarbeitsverordnung, EU-Konfliktmineralienverordnung)
  • Produktbezogener Transparenznachweis – Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR)
  • IT & Data – Datenintegration in Beschaffungsprozesse und Softwarelösungen für die Praxis
  • Greenwashing & Verbraucherschutz (EmpCo, Green Claims)
  • Digitale Regulierung (DSA, AI Act, NIS-2, DSGVO)

Referent

Bauer_Clemens
Clemens Bauer
Urband_Thomas
Thomas Urband
von Tucher_Dr
Dr. Tobias von Tucher, LL.M.

Agenda

17. Juni 2026 | Präsenz

09.00 – 09.15 Uhr
Begrüßung & kurze Vorstellung

09.15 – 10.00 Uhr
Wo kommen wir her – Aktuelle Entwicklungen und die Deregulierungsdebatte
  • Die europäische Regulierungslandschaft im Überblick: Welche Gesetze sind in den letzten Jahren entstanden und welche stehen noch bevor?
  • Deregulierung oder Scheinentwarnung? Warum prominente und öffentlich umstrittene EU-Gesetze trotz politischer Gegenströmungen sehr präsent und verbindlich sind
  • Unmittelbare Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und den Warenverkauf: branchenübergreifende Pflichten für Hersteller, Importeure und Händler
  • Zusammenspiel der Regelungsbereiche: Warum die verschiedenen Regulierungsfelder nicht isoliert zu betrachten sind, sondern sich gegenseitig bedingen und in der Praxis kumulativ auf Unternehmen einwirken

10.00 – 10.45 Uhr
Lieferketten-Risikomanagement (CSDDD, LkSG, EU-Zwangsarbeitsverordnung, EU-Konfliktmineralienverordnung)
  • Das LkSG und die CSDDD als nationaler und europäischer Rahmen
  • Pflicht zur Identifikation, Bewertung und Minimierung menschenrechtlicher und umweltbezogener Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • Verbot des Inverkehrbringens von in Zwangsarbeit hergestellten Produkten nach der EU-Zwangsarbeitsverordnung
  • Sorgfaltspflichten nach der EU-Konfliktmineralienverordnung

10.45– 11.15 Uhr
Kaffeepause

11.15 – 12.00 Uhr
Produktbezogener Transparenznachweis – Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR)
  • Sorgfaltspflichten für Marktteilnehmer und Händler: Pflicht zur Abgabe einer Sorgfaltserklärung vor dem Inverkehrbringen oder der Ausfuhr relevanter Erzeugnisse
  • Identifikation der über 700 betroffene Produktkategorien, darunter Erzeugnisse aus Soja, Palmöl, Holz, Kaffee, Kakao, Kautschuk und Rindern
  • Operative Umsetzung: Aufbau eines Risikomanagementsystems zur Rückverfolgung bis zum Erzeugungsort, Integration des Entwaldungsnachweises in die Beschaffungsprozesse und Dokumentationspflichten gegenüber den zuständigen Behörden

12.00 – 12.45 Uhr
Produktdesign & Verpackung (PPWR, EPR, ESPR/DPP)
  • Rollen nach der PPWR und harmonisierte Anforderungen an Verpackungsgestaltung, u.a. Konformitätserklärung, Design und Recyclingfähigkeit
  • Erweiterte Herstellerhaftung (EPR) und EPR-Registrierungspflichten
  • Produktübergreifende Anforderungen nach der ESPR sowie Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP)

12.45 – 13.45 Uhr
Mittagspause

13.45 – 14.30 Uhr
Produktsicherheit, Konformität und Registrierungspflichten (GPSR, WEEE, EU-BattVO)
  • Anforderungen an das Inverkehrbringen von Elektroaltgeräten nach der WEEE-Richtlinie (ElektroG) und EPR-Pflichten
  • Anforderungen an das Inverkehrbringen von Batterien einschließlich Kennzeichnung, Rücknahme und digitalem Batteriepass nach der EU-Batterieverordnung
  • Sicherheitsanforderungen und Konformitätsbewertungsverfahren nach der GPSR
  • Korrekte Kennzeichnung (u.a. CE, Warnhinweise, technische Dokumentation) als Voraussetzung für die Verkehrsfähigkeit

14.30 – 15.15 Uhr
IT & Data – Datenintegration in Beschaffungsprozesse und Softwarelösungen für die Praxis
  • Integration regulatorisch notwendiger Daten in bestehende Beschaffungsprozesse: Anforderungen, Schnittstellen und Automatisierungspotenziale
  • Marktüberblick Softwarelösungen: Welche Tools unterstützen bei Compliance-Dokumentation, Lieferkettentransparenz und Nachweisführung?
  • Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte: Wie gelingt die technische Umsetzung regulatorischer Anforderungen im Unternehmensalltag?

15.15 – 15.45 Uhr
Kaffeepause

15.45 – 16.30 Uhr
Greenwashing & Verbraucherschutz (EmpCo, Green Claims)
  • Status und nationale Umsetzung der EmpCo-Richtlinie
  • Möglichkeiten und Anforderungen an Werbung mit Umweltaussagen
  • Gesteigerte Anforderung an die Nutzung von Zertifikaten
  • Nachhaltigkeitskommunikation wirksam aufstellen
  • Green Claims Richtlinie: wie geht die Reise weiter?

16.30 – 17.15 Uhr
Digitale Regulierung (DSA, AI Act, NIS-2, DSGVO)
  • Transparenz digitaler Dienste nach dem DSA
  • Anforderungen an KI-Systeme nach dem AI Act
  • Maßnahmen nach der NIS-2-Richtlinie
  • Aktuelle praktische Themen im Umgang mit der DSGVO

17.15 – 17.30 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung

Tickets

Mit dem Kauf versichern Sie, dass Sie als festangestellter (Unternehmens-) Jurist im Unternehmen tätig sind, ohne dabei Dritte zu beraten.

Partner