Zahl der Syndizi in Deutschland ist weiterhin steigend

In der Bundesrepublik gibt es immer mehr Syndikusrechtsanwältinnen und -anwälte. In den gerade veröffentlichten Statistiken der Bundesrechtsanwaltskammer tauchen zum Stichtag 1. Januar 7.585 Sndizi auf. Das sind 779 oder 11,45 Pozent mehr als zum 1. Januar 2024.
vom 4. März 2025
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Das Plus fällt damit zwar geringer aus als noch in den Vergleichszeiträumen 2024 zu 2023 (plus 14,6 Prozent) und 2023 zu 2022 (gut 15 Prozent), bleibt aber im zweistelligen Bereich. Zu beachten ist dabei, dass es sich um die sogenannten „reinen“ Syndizi handelt. Weiterhin steigend ist auch die Zahl der Rechtsanwältinnen und -anwälte mit einer Doppelzulassung. Sie übersteigt in diesem Jahr die 20.000er-Marke und landet bei 20.204. Das sind 823 oder 4,25 Prozent mehr als im Vergleich zum gleichen Stichtag im Vorjahr. Auch da zeigt sich eine Tendenz, im Vergleich zum 1. Januar 2023 lag die Zahl letztes Jahr um rund 4,5 Prozent höher. Der Beruf erfreut sich auch weiterhin insbesondere bei Frauen größerer Beliebtheit. Ihr Anteil bei den reinen Syndizi steigt in diesem Jahr von knapp 59,4 Prozent auf gut 60,4 Prozent an. Bei den doppelt Zugelassenen liegt der weibliche Anteil aktuell bei gut 46,3 Prozent (Vorjahr: knapp 46 Prozent). In beiden Fällen ist der Frauenanteil deutlich höher als bei den insgesamt bundesweit zur Anwaltschaft Zugelassenen, dort kommt er am 1. Januar 2025 auf gut 37,3 Prozent (2024: knapp 37,1 Prozent).

 

Einzelzulassungen weiter rückläufig

Rückläufig sind demgegenüber sowohl die Zahl der von den 28 Rechtsanwaltskammern in Deutschland gemeldeten Mitglieder als auch die Zahl der Rechtsanwältinnen und -anwälte in Einzelzulassung. Den leichten Rückgang bei der Mitgliederzahl von 172.514 auf 172.084 in diesem Jahr erklärt die Bundesrechtsanwaltskammer mit der um knapp 82,3 Prozent niedrigeren Anzahl an nichtanwaltlichen Mitgliedern von Geschäftsführungs- und Aufsichtsorganen von Berufsausübungsgesellschaften nach § 60 Abs. 2 Nr. 3 der Bundesrechtsanwaltsordnung. Bereits seit 2017 rückläufig ist die Zahl der Anwältinnen und Anwälte in Einzelzulassung. Da macht auch der Vergleich der Stichtage 1. Januar 2025 und 1. Januar 2024 keine Ausnahme. 138.715 Berufsträger gibt es aktuell, 874 weniger als 2024.

 

Arbeitsrecht beliebteste Fachanwaltschaft   

Zugenommen hat wiederum die Zahl der Rechtsanwältinnen und -anwälte mit Fachanwaltstitel. Zum 1. Januar 2025 zählte die Bundesrechtsanwaltskammer 46.800, 2024 waren es noch 46.035. Hier liegt der Frauenanteil bei knapp 33,2 Prozent. Die Anwältinnen und Anwälte tragen 58.655 Titel, eine Person kann bis maximal drei Fachanwaltstitel führen. Beliebteste Fachanwaltschaft bleibt das Arbeitsrecht mit leichten Zuwächsen (von 11.163 im Vorjahr auf 11.314), gefolgt vom Familienrecht, das einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat (von 8.759 auf 8.528). Das gleiche Schicksal teilt das Steuerrecht auf Rang drei (2025: 4.641; 2024: 4.695). Wie die Bundesrechtsanwaltskammer mitteilt, verzeichnen die höchsten Zuwächse die Fachanwaltschaften für Vergaberecht (plus 7,1 Prozent), Migrationsrecht (plus 6,8 Prozent) und Internationales Wirtschaftsrecht (plus 6,5 Prozent).

 

Copyright Bild: Getty Images für Unsplash

Beitrag von Alexander Pradka

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