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EU-Kommission will europäische Kapitalmärkte stärken

Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket verabschiedet, mit dem sie die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten von Unternehmen in der EU verbessern möchte. Bürger sollen außerdem Ersparnisse und Investitionen „bestmöglich nutzen“. Langfristige Ziele sind die Erholung der Wirtschaft von der Pandemie sowie Fortschritte bei der Digitalisierung und dem grünen Wandel.
vom 29. November 2021
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EU-Kommission will europäische Kapitalmärkte stärkenDie Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket verabschiedet, mit dem sie die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten von Unternehmen in der EU verbessern möchte. Bürger sollen außerdem Ersparnisse und Investitionen „bestmöglich nutzen“. Langfristige Ziele sind die Erholung der Wirtschaft von der Pandemie sowie Fortschritte bei der Digitalisierung und dem grünen Wandel.
„Kapitalmärkte sollen transparenter, der Zugang zu Finanz- und nachhaltigkeitsbezogenen Daten einfacher und Anlageprodukte wie europäische langfristige Investmentfonds und andere alternative Investmentfonds attraktiver für Anleger und Fondverwalter werden“, sagte Mairead McGuinness, die für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und Kapitalmarktunion zuständige Kommissarin anlässlich der Präsentation des Legislativpaketes in Brüssel. Der Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, Valdis Dombrovskis, ergänzte: „Der Schwerpunkt des vorgelegten Paketes liegt auf der Unterstützung kleiner Unternehmen auf kleinen Kapitalmärkten, damit sie leichter Finanzierungsquellen finden und Zugang zu ihnen erhalten.“
 

Keine Mindestinvestitionsschwelle mehr

Künftig soll der „European Single Access Point“ – kurz ESAP – eine zentrale Anlaufstelle für öffentliche Finanz- und nachhaltigkeitsbezogene Informationen über Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union bieten. Damit sollen Firmen für potenzielle Anleger sichtbarer sein. Mit der Veröffentlichung nachhaltigkeitsbezogener Informationen möchte die EU-Kommission den „Green Deal“ weiter anschieben. In überarbeiteter Fassung kommt die Verordnung über European Long Term Investment Fund (ELTIF) daher. Insbesondere mit der Abschaffung der Mindestinvestitionsschwelle von EUR 10.000 sollen es Kleinanleger künftig leichter haben, in solche Investmentfonds zu investieren.
 

Anlegerschutz und Finanzstabilität

Neue Vorschläge gibt es daneben zur Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds, AIFMD. Die Vorschriften für Fonds, die Unternehmen Darlehen gewähren, werden harmonisiert. Ziel ist es, die Kreditvergabe an die Realwirtschaft zu erleichtern. Die Kommission strebt einen angemessenen Informationsaustausch und eine angemessene Koordinierung zwischen den EU-Aufsichtsbehörden an. Sie verfolgt damit einen besseren Schutz von Anlegern und der Finanzstabilität.
 

Weitere Schritte für 2022 angekündigt

Für mehr Transparenz auf den Kapitalmärkten sollen Anpassungen der EU-Handelsregeln sorgen. Ein „konsolidierter europäischer Datenticker“ soll Anlegern den Zugang zu fast in Echtzeit bereitgestellten Handelsdaten für Aktien, Anleihen und Derivaten allen Handelsplätzen der Europäischen Union verschaffen. Bisher ist der Zugang auf wenige professionelle Anleger beschränkt. Mit der Überarbeitung der Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente will die Kommission außerdem die Wettbewerbsbedingungen für Börsen und Investmentbanker weiter angleichen. Im nächsten Schritt erörtern das Europäische Parlament und der Rat die Pläne. Mairead McGuiness kündigte für das kommende Jahr weitere „ehrgeizige Initiativen zur Kapitalmarktunion in den Bereichen Zugang von Unternehmen zu öffentlichen Märkten, offene Finanzierung, Finanzbildung und Insolvenz“ an. Bildnachweise: © IMAGO / Jan Huebner 

Beitrag von Alexander Pradka

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