Wer grob fahrlässig handelt, der haftet

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Wer grob fahrlässig handelt, der haftet

In der Regel kommen Arbeitgeber für Schäden auf, die ihre Arbeitnehmer bei Ausführung der ihnen übertragenen Tätigkeiten verursachen. Ausgenommen davon sind Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Letztere erkannte das Arbeitsgericht Siegburg bei einem Mitarbeiter, der das ihm überlassene Dienstfahrzeug im Einsatz beschädigte (Az.: 1 Ca 1225/18). 

Wer seinen Wagen verlässt, handelt oft unbewusst. Kann wirklich jeder stets sicher sagen, dass er den Gang eingelegt oder die Handbremse angezogen hat, wenn er sich vom Auto entfernt? Mancher ist so in Eile – oder auch nur in Gedanken –, dass er es auch schon mal darauf ankommen lässt. Höchst ärgerlich, wenn dann doch etwas passiert, wie im Fall des Postzustellers, dessen Dienstfahrzeug, ein VW-Transporter, eben nicht gesichert war.

Posttransporter macht sich selbständig

Um eine Sendung zuzustellen, hatte der Mitarbeiter rückwärts auf abschüssiger Straße mit etwa zehn Prozent Gefälle geparkt. Sein weder durch die festgezogene Handbremse noch durch einen eingelegten Gang gesicherter Wagen machte sich selbständig, überquerte die Straße und kam erst nach Überrollen eines Steinblocks auf der gegenüberliegenden Seite zum Stehen. Das Fahrzeug wurde dabei an Achsträger und Stoßdämpfern beschädigt. 

Mitarbeiter muss für Schaden aufkommen 

Der Arbeitgeber, ein namhafter Postdienstleister, verklagte seinen Zusteller daraufhin vor dem Arbeitsgericht Siegburg auf Schadensersatz. Die Richter gaben der Klage statt und verurteilten den Mitarbeiter zur Zahlung von 873,07 Euro. Aufgrund der Beweislage stand für die 1. Kammer fest, dass der Zusteller den Abrollunfall grob fahrlässig verursacht hatte. Zu dem inzwischen rechtskräftigen Urteil veröffentlichte das Gericht auch eine Mitteilung.

Bildnachweise: © shutterstock / FQ_Krasula

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