Freistaat Bayern will Legal-Tech-Start-ups fördern

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Freistaat Bayern will Legal-Tech-Start-ups fördern

Das Bundesland Bayern hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, im Bereich Legal-Tech eine Spitzenposition in Deutschland einzunehmen. Gemeinsam mit dem Zentrum für Innovation und Gründung, „UnternehmerTUM“, hat das Bayerische Justizministerium dafür das Netzwerk „Legal Tech Colab“ gegründet. Bis zu eine Million Euro pro Jahr fließt in das gemeinsame Vorhaben.

von Alexander Pradka

Laut Angaben des Ministeriums unterstützt das Legal Tech Colab Start-ups in allen Phasen von der Gründung über die Finanzierung bis hin zum Markteintritt. Die Teilnehmer des Programms sollen von Unterstützungsangeboten, die auf ihre spezifischen Anforderungen zugeschnitten sind, profitieren. Sie erhalten Zugriff auf eine Legal-Tech-Computing-Plattform. Diese basiert auf Natural Language Processing (NLP). NLP beschreibt Techniken und Methoden zur maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprache. Ziel ist die direkte Kommunikation zwischen Mensch und Computer. Außerdem gehören Datenspeicher, Arbeitsplätze im Gründungszentrum „Munich Urban Colab“ zum Angebot des Netzwerks. Zusätzlich sollen Start-ups Zugang zu globalen Netzwerken aus Unternehmen und Kapitalgebern bekommen. Die Teilnehmer am Programm können sich außerdem für Stipendien in Höhe von 1.000 Euro monatlich bewerben.

 

Unterstützung in allen Phasen der Gründung

Helfen möchte das Netzwerk den Teams bereits bei der Entwicklung eines Prototypen. Und: Es findet ein Matching mit passenden Co-Gründern und -Gründerinnen statt. Die Unterstützung reicht dann weiter über den “Markteintritt bis hin zur Skalierung des Start-ups mit Venture Capital durch eine intensive Betreuung und Know-how aus 20 Jahren Entrepreneurship- und Tech-Förderung“, sagte Stefan Blenk anlässlich der Bekanntgabe der Zusammenarbeit. Er agiert fortan als Managing Director des Legal Tech Colabs  Bayerns Justizminister Georg Eisenreich sprach vom oft mühsamen Weg, bis ein Produkt markttauglich ist. Eine geniale Idee allein reiche nicht aus: „Häufig fehlt es am Geld, an der kaufmännischen Erfahrung oder an einem professionellen Umfeld. Wir wollen einen neuen Expertenpool schaffen und bei der Finanzierung unterstützen.“

 

Leichterer Zugang zu kritischer Infrastruktur

Auch bei Rechtsstreitigkeiten und Rechtsdienstleistungen wünschten Menschen sich bequeme, einfache und kostengünstige Lösungen, so Eisenreich weiter. Aus diesem Grunde bekomme Legal Tech zurzeit starken Auftrieb. Für Gründende sei der Bereich aber bis dato ein schwieriges Terrain gewesen, ergänzte Philipp Gerbert, Managing Director der TUM Venture Labs. „Da kritische Technologien wie NLP-Plattformen nun erstmalig auch im deutschen Raum verfügbar sind, können wir den dynamischen und kreativen Gründungsteams die bestmögliche Infrastruktur für Deep-Tech-Entwicklungen bieten.“

Bildnachweise: © Unsplash / Marvin Meyer 

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