Mehrheit vernachlässigt fachliche Weiterbildung

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Mehrheit vernachlässigt fachliche Weiterbildung

Einer Studie zufolge rechnet gut jeder Zweite hierzulande mit massiven Veränderungen im Job. Beschäftigte müssen sich also schon heute auf die Arbeitswelt von Morgen einstellen. Tatsächlich aber investiere nur eine Minderheit regelmäßig Zeit in fachliche Fortbildungen, monieren die Autoren einer Studie. Damit rangiere Deutschland international am unteren Rand.

„Non scholae, sed vitae discimus“ – „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“. An der Fassade manches Gymnasiums ist dieser Spruch über dem Eingang zu lesen. Auch wenn sie aus der Zeit geraten scheint, hat die Botschaft nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Sie müsste sogar derart ergänzt werden, dass wir nicht nur für das Leben lernen, sondern das auch noch ein Leben lang. Der Geist mag willig sein, doch das Fleisch ist oft schwach.

Internationale Studie spiegelt Einstellungen

Das jedenfalls scheint für die Beschäftigten hierzulande zu gelten, wie die aktuelle Studie „Decoding Global Trends in Upskilling and Reskilling“ offenbart. Gemeinsam hatten die auf Fach- und Führungskräfte spezialisierte Online-Plattform Stepstone, die Boston Consulting Group und das Jobbörsen-Netzwerk „The Network“ hierfür 366.000 Männer und Frauen in 197 Ländern (darunter gut 17.000 aus Deutschland) befragt und die Ergebnisse analysiert.

„Upskilling“ und „Reskilling“ Gebote der Zeit 

Tatsächlich rechnen 55 Prozent der hiesigen Arbeitnehmer angesichts von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und fortgesetzter Globalisierung mit großen Veränderungen im Job. Wer da mithalten möchte, muss sich regelmäßig weiterbilden („Upskilling“). Weil in diesem Zusammenhang aber auch tradierte Berufsbilder wegfallen und neue entstehen, sind viele Beschäftigte gezwungen, auf ganz neue Tätigkeitsfelder umzuschulen („Reskilling“).

Zögerliche Haltung dominiert in Deutschland

Der Studie zufolge sind hierzulande aber lediglich 53 Prozent der Arbeitnehmer offen, sich beruflich neu zu orientieren. International liegt die Bereitschaft dafür bei zwei Drittel. Noch schlechter noch fällt der Vergleich zwischen Deutschland und den anderen Nationen aus, wenn es um „Upskilling“ geht: Nur 38 Prozent der hiesigen Beschäftigten (international: 65 Prozent) investieren nach eigenen Angaben regelmäßig Zeit in fachliche Weiterbildungen.

Bildnachweise: © iStock / anyaberkut

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