DGUV-Empfehlungen für beruflich bedingte Auslandsreisen

Job & Karriere  Unternehmensjurist

DGUV-Empfehlungen für beruflich bedingte Auslandsreisen

Dienstreisen ins Ausland sind bis auf Weiteres mit zusätzlichen Risiken behaftet. Weltweit sprechen Länder Einreisebeschränkungen, Ausgangssperren oder Quarantäneregeln aus. Oft ändern sich Bestimmungen zudem kurzfristig. Die gesetzliche Unfallversicherung gibt Betrieben, die Beschäftigte ins Ausland entsenden möchten, eine Checkliste an die Hand.

Die trotz der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie vergleichsweise präzisen Tipps der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) konkretisieren den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie zeigen auf, woran Betriebe bei der Prävention denken sollten. Die Empfehlungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; sie werden ständig an die sich verändernde Lage angepasst.

 

Sensibilisierung für aktuelle Risiken

„Wir möchten Führungskräfte und Beschäftigte für die aktuellen Risiken bei beruflichen Auslandsreisen und Entsendungen sensibilisieren“, so DGUV-Präventionsexperte Marcus Hussing. Rund um den Globus träten – nicht selten kurzfristig – Einreisebeschränkungen, Ausgangssperren oder Quarantäneregeln in Kraft. Schwierig sei je nach Region auch die Sicherstellung adäquater medizinischer Versorgung oder eines betreuten Rücktransports.

 

Fokus auf unverzichtbaren Reisen

Zunächst sollte eindeutig geregelt sein, wer im Unternehmen Auslandsreisen genehmigt und welche Dokumente dazu vorliegen müssen. Die DGUV rät, kritisch zu prüfen, welche Reise unverzichtbar ist. Dies gilt vor allem für solche in Risikogebiete. Der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen empfiehlt, sich stets über länderspezifische Reisehinweise und aktuelle Reisewarnungen auf den Stand zu bringen.

 

Bedeutung gegen Risiken abwägen

Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes kann das jeweilige Reiseziel durch Eingabe in ein Suchfeld überprüft werden. Ergänzend können örtliche Ansprechpartner wertvolle Unterstützung leisten. Prinzipiell gelte abzuwägen, „ob die Bedeutung der Reise in einem angemessenen Verhältnis zu den Reiserisiken steht und welche zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Beschäftigten erforderlich sind“, betont die DGUV.

 

Infos für besonders Schutzbedürftige

Bei der Gefährdungsbeurteilung sind spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen zu berücksichtigen. Informationen dazu liefert eine Publikation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die Arbeitsmedizinische Empfehlung (AME) kann über die BMAS-Website als PDF-Dokument heruntergeladen werden und ermöglicht Betriebsärzten eine systematische Beratung von Arbeitgebern und Beschäftigten.

 

Unterweisung, Information, Vorsorge

Zwingend bleibt, alle Mitarbeiter über die Hygieneregelungen und Schutzmaßnahmen bei Auslandsreisen aufzuklären. Entsendende Unternehmen sollten die speziellen, regelmäßig auch kurzfristig eingeführten/veränderten Ein- und Ausreiseregeln im Blick haben – etwa eine Corona-Testung am Zielflughafen. Außerdem sollten sie Vorsorge für den Fall treffen, dass Beschäftigte einen medizinisch betreuten Rücktransport vom Zielort benötigen.

Bildnachweise: © unsplash / Markus Winkler

Folgen Sie uns auf Linkedin!

Jetzt folgen!

Schon Mitglied? Jetzt Freikarte sichern!

Praxisnahe Fachsummits exklusiv für Unternehmensjuristen

Mitglied werden!