Changemanagement

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Sind Syndizi die besseren Changemanager?

Digitalisierung, Energiewende, E-Mobilität – die Wirtschaft steht vor massiven Umbrüchen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen beschleunigt. In der Mitte des Sturms: Die Rechtsabteilungen. Sie begleiten Changeprozesse und klären den juristischen Rahmen. Zugleich müssen sie sich selbst verändern, um ihrer besonderen Rolle gerecht zu werden.

Technischer Fortschritt, politischer Wille und demografische Entwicklung fordern hiesige Unternehmen seit Jahren heraus. Wähnte sich die Wirtschaft bisher in der Position, sich der Themen mit unterschiedlicher Gewichtung annehmen zu können, so hat ihr Corona schonungslos vor Augen geführt, dass keine Zeit zu verlieren ist. Unter dem Eindruck der Virus-Pandemie brechen sich Entwicklungen in atemberaubender Geschwindigkeit Bahn.

 

Erste Ermüdungserscheinungen

Mittendrin, statt nur dabei sind die Syndizi, die ebenso praxisorientierte wie rechtssichere Lösungen finden müssen, für die neuen Produkte und Prozesse, die der Wandel erzwingt. Innovative Arbeitsmodelle sind auf dem Vormarsch, tradierte Präsenzpflichten lösen sich auf. Digitalisierte Formen der Kommunikation und Kooperation werden als alternativlos akzeptiert. Doch Experten befürchten, dass das Momentum für Veränderung bald abebbt.

 

Permanenter Anpassungsdruck

Schon vor Corona wehte der „Wind of Change“ immer wieder durch Industriehallen, über die Flure und durch Bürotürme. Für die Mitarbeiter ist der permanente Anpassungsdruck überaus belastend. Wo nicht offen revoltiert wird, ist häufig mindestens stille Resignation zu beobachten. Viele Rechtsabteilungen experimentieren mit moderne Kommunikations- und Arbeitskonzepten, um genau dieser Frustration und Resignation zu begegnen.

Vermittler- und Vorbildfunktion

Um Strukturen und Prozesse sinnvoll mitgestalten zu können, müssen die Syndizi aber vor allem Schwingungen wahr- und Strömungen aufnehmen, um proaktiv Lösungen anbieten zu können. Sie müssten gleichsam „das Ohr auf dem Gleis“ haben, wie es einer illustriert. Alle Mitarbeiter mitzunehmen, erweist sich im Alltag als die größte Herausforderung. Im Changeprozess fällt Unternehmensjuristen eine Vermittler- und Vorbildfunktion zu.

 

Partizipation und Selbstreflexion

Vorrangige Aufgabe ist, einen nachvollziehbaren Nutzen der Veränderung darzulegen und aus Betroffenen Beteiligte zu machen. Agiles Arbeiten mit dem Unterteilen von Projekten in kurze Intervalle („Sprints“) ist ein Kernelement des Wandels – und zugleich die Antwort auf steigende Komplexität und zunehmende Dynamik. Es bedeutet auch, Entscheidungen fortwährend zu reflektieren und gegebenenfalls kurzfristig konsequent nachzujustieren.

 

Veränderungsbereitschaft fördern

Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter veränderungsfähig. Doch entscheidend ist bei Change, wie groß deren Veränderungsbereitschaft ist. So kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, was das Unternehmen tun kann, um sie auf dem Weg der Veränderung zu unterstützen. Unternehmensjuristen seien dafür prädestiniert, sagen Praktiker. Zu ihren Aufgaben habe schon immer auch die Vermittlung von Veränderungsprozessen gehört.

 

Ängsten und Bedenken Raum geben

Frühzeitig offen zu kommunizieren, ist das A & O. Vorhersehbarkeit schafft Vertrauen und hilft, Spekulationen einzudämmen. Nur wer informiert ist, fühlt sich mitgenommen. Mit dem Change verbunden sein muss die Chance, Ängsten Raum zu geben und sich ernsthaft mit Bedenken auseinanderzusetzen. Bevor Menschen die positiven Seiten einer Veränderung schätzen können, muss man den mit ihr verbundenen Verlust adressieren.

 

 

Mehr zu Vorbereitung und Umsetzung von Changeprozessen sowie den Erfahrungen von Syndizi in der Praxis lesen Sie in der Ausgabe 6/20 des unternehmensjurist ab Seite 12.

 

Bildnachweise: © imago images /  Westend61

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