Vierbeiner am Arbeitsplatz nur nach Absprache

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Vierbeiner am Arbeitsplatz nur nach Absprache

Autor: Bijan Peymani

Den eigenen Hund mit ins Büro zu nehmen, ist in vielen Firmen heute akzeptiert. Doch ohne vorherige Abstimmung mit dem Chef und den Kollegen kann der Vierbeiner nicht einfach mitgebracht werden. Und selbst dann gelten strenge Regeln. Außerdem muss geklärt sein, wer haftet, falls das Tier Firmeneigentum beschädigt oder andere verletzt.

Ob als Ausdruck einer engen Bindung oder aus schierer Not: Wenn ein Mitarbeiter seinen Hund mit ins Büro nimmt, entspannt das vor allem seinen eigenen Arbeitstag. Nicht jeder aber teilt diese Tierliebe. Mitunter kann ein verhaltensauffälliger Vierbeiner nachhaltig den Betriebsablauf stören. Doch nicht nur deshalb sollte im Vorfeld klar abgesprochen sein, ob ein Büro-Hund für die Kollegen okay ist. Und ohne Erlaubnis des Chefs geht gar nichts.

Arbeitgeber muss immer die Erlaubnis geben

Die Entscheidung für oder gegen das Mitbringen von Bello ins Office obliegt ausschließlich dem Arbeitgeber. Nach § 106 der Gewerbeordnung (GewO) hat er ein Weisungsrecht, das Akzeptanz und Regelsetzung für Vierbeiner am Arbeitsplatz einschließt. Wer dies ignoriert und seinen Hund einfach mit ins Büro bringt, der riskiert eine Abmahnung und im Falle der Wiederholung eine verhaltensbedingte Kündigung. Ausgenommen sind Blindenhunde.

Prinzipiell gilt Grundsatz der Gleichbehandlung

Hat bereits ein Mitarbeiter die Genehmigung vom Chef erhalten, seinen Hund mit ins Büro zu nehmen, dann kann sich der nächste Kollege auf den Grundsatz der Gleichbehandlung berufen. Gegen diesen würde der Arbeitgeber etwa verstoßen, wenn er bei vergleichbaren Arbeitsplätzen ohne triftige Gründe in einem Fall akzeptiert und im anderen Fall ablehnt. In jedem Fall sollte der Hund in punkto Erziehung und Hygiene büro-kompatibel sein.

Büro-Hund nur mit Regeln und Rücksichtnahme

Wichtig in diesem Zusammenhang zu wissen ist, dass die Entscheidung für oder gegen einen Vierbeiner am Arbeitsplatz arbeitsrechtlich jederzeit widerrufen werden kann. Schon aufgrund der Hygiene-, aber auch der Sicherheitsvorschriften haben Hunde allerdings In Verkaufsräumen sowie in Lager- und Produktionshallen nichts verloren. Im Büro gelten für sie aus Rücksichtnahme gegenüber Kollegen und Betriebsabläufen klare Regeln.

Kollegen im Vorfeld unbedingt mit einbeziehen

Gibt der Chef sein grundsätzliches Plazet, das Tier mitzubringen, sollte vorher unbedingt mit den Kollegen abgesprochen werden, ob und inwieweit sie die Entscheidung mittragen. Hat einer von ihnen eine Allergie – oder sogar regelrecht Angst vor Hunden? Ist garantiert, dass der Vierbeiner auf Dauer nicht zur Lärm- oder Geruchsbelästigung wird? Verhält er sich zumeist still, hat er einen Rückzugsort in der Nähe von Herrchen oder Frauchen?

Hundehalter-Haftpflichtversicherung obligatorisch

Betont sein sollte, dass der Halter auch im Büro für seinen Hund die Verantwortung trägt. Das gilt nicht nur für die Frage, ob er regelmäßig Zeit und Präsenz hat, um zum Beispiel mit dem Tier Gassi zu gehen. Die Assistentin ist nicht die Hunde-Nanny! Es gilt allerdings ebenso für den Fall, dass der Hund in der Firma Schäden anrichtet oder sogar Kollegen verletzt. Eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung muss daher zwingend vorhanden sein.

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